Banner-Aktion am UNO-Gebäude während dem Universal Periodic Review (UPR) Chinas

Am 22. Oktober 2013 hatten UN Mitgliedsstaaten während dem UPR Chinas die seltene Gelegenheit, China kritische Fragen bezüglich ihrer Innenpolitik und den daraus resultierenden Verletzungen von Menschenrechten zu stellen. Die Wiederwahl von China in den Menschenrechtsrat im November stand ebenfalls an.

Students for a Free Tibet (SFT) und der VTJE sahen dies als erstklassige Möglichkeit, die mediale Aufmerksamkeit zu nutzen, um gemeinsam auf die Missstände innerhalb Tibets aufmerksam zu machen. Die Zusammenarbeit wurde bereits im Sommer während dem Action Camp in Düsseldorf initiiert und nach wochenlanger Planung und Vorbereitung in den Bergen der Schweiz durchgeführt. Eine Gruppe, bestehend aus 20 Personen, hat in einem kleinen Appartement den Ablauf während drei Tagen immer wieder durchgespielt, weil am Aktionstag schon der geringste Fehler zum Scheitern hätte führen können. Die Erfahrungen aus dem Action Camp in Düsseldorf sowie in Hoch-Ybrig waren für die Aktivisten vom VTJE am Aktionstag sehr wertvoll, da sie dort schon bestimmte Situationen und Verhaltensweisen aus den Mock-Actions kannten. Am 22. Oktober 2013 gab es dann drei Schauplätze, an denen sich SFT und VTJE mediale Aufmerksamkeit verschaffen konnte. Die Banner-Aktion am UNO-Gebäude war die Hauptaktion, während auf dem Palais Wilson ein Mock-Play inszeniert wurde und das Lobbying Team innerhalb der UNO-Räumlichkeiten mit den Vertretern der Mitgliedsstaaten in Kontakt getreten ist.

Um sieben Uhr morgens musste die Banner-Aktionsgruppe bereit stehen, um sich noch vor dem Morgengrauen Zugang zum UNO-Areal - vorbei am Sicherheitspersonal - zu verschaffen und sich in Stellung bringen. Die Mock-Play Gruppe, welche den Kontakt zu den Medien pflegte und das Kommando für die Banner-Aktion geben sollte, musste ebenfalls kurz nach sieben Uhr auf dem Palais Wilson sein, um die Medien zu koordinieren. Kurz vor Sonnenaufgang erhielten die vier Aktivisten am UNO-Gebäude via Funkgerät das Signal, den Banner zu entrollen. Während rund einer Stunde konnten die zahlreich erschienenen Presseleute die benötigten Fotos schiessen und die „Free Tibet“ Rufe und Slogans der vier Aktivisten aufzeichnen. Währenddem die Polizei mit den vier Aktivisten beschäftigt war, konnte ein fünfter Aktivist unbemerkt und unmittelbar neben dem Schauplatz mit den Presseleuten in Kontakt treten, in Ruhe zwei Interviews geben und danach durch den Hauptausgang das Areal wieder verlassen, während die vier Aktivisten für rund vier Stunden in Gewahrsam behalten wurden. Die Aktion war ein voller Erfolg, sodass über die Banner-Aktion sowie die Inszenierung auf dem Place de Wilson in zahlreichen Medienberichten, unter anderem in der ARD-Tagesschau, berichtet wurde und ein Zeichen für die Tibeter in Tibet gesetzt werden konnte.